Bear Cave Diaries – Tage 8 bis x (11.08.2008 – 1001. Studiotag)

17. August 2008, 11:02 von Björn
 

Wir haben es völlig unterlassen, diese Geschichte weiterzuschreiben, vermutlich erstens weil im Proberaumstudio ziemlich exakt immer dasselbe passierte und wir nicht viel schreiben konnten außer daß wir diesen oder jenen Titel weitergetrieben oder gar abgeschlossen haben, den aber eh keiner außerhalb der Band kennt. Oder eben daß wir Wasabi-Nüsse als Snack hatten. Zweitens bricht die Berichterstattung ziemlich genau an der Stelle ab, wo es erste Erscheinungen von größerem Ausgebranntsein gab. Der bescheuerte Tagesrhythmus, den wir haben, ließ uns immer weniger schlafen und je mehr wir arbeiteten an der Musik, desto mehr mußten wir uns in Details verlieren. Fehlt da noch ein Pluckern? Sollen wir hier nochmal alle Gitarren löschen und von vorne beginnen? Zarte Zusammenbrüche, privater Blues, Verzweiflung übers bloße Dasein, Probleme mit dem reinen Existieren, eiskalter Billigwodka, Ärger mit dem Hausmeister. Letztes Wochenende zogen wir ins eigene Wohnzimmer um und bauten dort ein Studio rein, versammelten uns alle ein letztes Mal komplett für zwei Tage und wurden am Montag den 11.8.2008 fertig. Vorläufig. Bis wir am 24.8. nach Bridgeport gehen um das Album bei Peter zu mischen, werden wir keinen einzigen herunterfallenden Brosamen mikrofonieren, kein vorbeiwehendes Staubkorn aufnehmen, nichts. Wir haben uns selber auferlegt, die Aufnahmen an diesem Punkt für abgeschlossen zu erklären (und darauf mit Sekt angestoßen, wie es sich schickt) und dürfen erst wieder nach Beginn des Mixingprozesses daran daran arbeiten. Ein großes Highlight, das der Berichterstattung würdig gewesen wäre, waren die Bläseraufnahmen letzten Freitag. Die Herren Michael, Benjamin und Tim haben in Eriks Kölner Brewery Studio einen ungekannten Schmiß in unseren Shit geblasen, daß es eine Freude ist.
Ansonsten schließen wir dieses Tagebuch vorübergehend (und nicht für lange) mit der Zusage, daß wir ein sehr gutes, ein irrsinnig gutes, ein phänomenales Album (es ist nicht gut - es ist KOLOSSAL, es ist PHÄNOMENAL, es ist EPOCHAL!!! Ihr Klaus Kinski), gemacht haben und eines, das so klingt, wie es vermutlich kaum jemand erwartet. Und jetzt freuen wir uns auf Phase 2, den Mix.

Am 25.8. beginnt das Ganze. Wir nehmen an, ungefähr drei Wochen zu brauchen und melden uns.

 

 

Bear Cave Diaries – Tag 7 (21.07.2008 – 24. Studiotag)

23. Juli 2008, 11:17 von Niklas
 

Heute im Proberaum: Besuch von der Plattenfirma. Schade, daß nicht mehr die 70er Jahre sind, wo jetzt vermutlich Seymour Stein in einer Limousine vorfahren würde, die Hosentasche voller achtlos eingesteckter Geldscheine. Wir säßen mit Sonnenbrillen in unserem karg eingerichteten Loft und würden, weil uns der Besuch gerade nicht passt, voller Verachtung unsere Stücke vorspielen, danach alles Geld zusammenraffen und rausrennen um Lederjacken zu kaufen.
Bei uns ist es eher so, daß sich Claire, Saskia, Björn, Niklas und Stefanie im Proberaum versammeln und dann spielen wir ein paar der Aufnahmen vor und reden mit Daniel vom Label darüber. Claire und ich essen je eine Pizza und über all das vergeht so viel Zeit, daß man überhaupt eigentlich nur von einem Studiotag sprechen kann weil Saskia ganz zu Anfang eine Kuhglocke bei ‘Bitte, Bitte, Bitte’ einspielt und, kurz bevor wir heim gehen, noch ein lautes Becken bei ‘Wie Fühlt Es Sich An’.

 

 

Bear Cave Diaries – Tag 6 (20.07.2008 – 23. Studiotag)

22. Juli 2008, 11:41 von Niklas
 

Nach dem Konzert gestern in Bergisch Gladbach kommen wir heute nur langsam in die Gänge: Erst müssen alle Sachen aus dem Auto wieder in den Proberaum geschleppt und aufgeräumt werden. So gerne wir Konzerte spielen, so froh sind wir, die Sachen jetzt erstmal eine Weile fertig aufgebaut stehen lassen zu können um uns ganz den Aufnahmen zu widmen.

Als einmal alles steht nehmen wir noch eine Synthesizerspur für ‚Heroes’ auf, die das Stück noch einmal in eine neue Richtung schickt, mit der wir so selber noch gar nicht gerechnet hatten, als wir im Black Box mit den Aufnahmen hieran anfingen.
Nachdem die zusätzliche Akustikgitarre bei Lost Weekend so gut funktioniert hatte, probieren wir eine ähnliche Methode auch hier, was super funktioniert. Zum Einsatz kommt Björns Baton Rouge Gitarre, was insofern erstaunlich ist, als daß sie für sich allein genommen oft etwas dünn und mager klingt, im Zusammenhang aber oft super funktioniert. Nebenbei finden wir noch einen Weg, ein paar der Schlagzeugloops, die wir aufgenommen hatten, so gerade zu rücken, dass sie nicht mehr wie aus Versehen eingefügt klingen.
Trotz Müdigkeit beschäftigen wir uns auch noch einmal mit Lost Weekend, wo wir ein paar Krachgitarren aufnehmen (immer ein großer Spaß), dazu kommt noch ein zusätzlicher Bass. Später singt Stefanie noch ein paar Sachen ein, unter anderem eine in tiefster Finsternis aufgenommene Atemspur. How very gothic of us.

Snacks: Cashew-Erdnuss Mix Honig & Salz, Studentenfutter (da könnte auch mal jemand eine weniger dumme Bezeichnung für erfinden)

 

 

Bear Cave Diaries – Tag 5 (16.07.2008 – 22. Studiotag)

22. Juli 2008, 11:39 von Niklas
 

Heute abend haben wir uns mit ‚Lost Weekend’ beschäftigt. Da wir bei vielen der Stücke schon aufwändige Demos aufgenommen hatten ist es manchmal schwierig, das, was uns im ersten Anlauf manchmal aus Versehen gut gelungen ist für die „richtigen“ Aufnahmen nachzustellen. Heute brauchen wir deswegen ziemlich lange um eine Synthesizerfläche, die wir bei den Demos fast wie aus Versehen mit einem Vocoder gemacht hatten neu aufzunehmen. Lange glauben wir, es nie wieder so gut hinzukriegen wie vor ein paar Wochen noch – aber am Ende platzt der Knoten und alles klingt super. Die Arpeggiator-Sounds für den Zwischenteil klappen im Vergleich glücklicherweise ganz schnell.
Außerdem wollen wir noch eine Akustikgitarre aufnehmen, verrennen uns dabei auch wieder ewig lange in verschiedenen Möglichkeiten, diese über einen Verstärker zu schicken, nur um nach dutzenden Versuchen am End einfach ein Mikrofon vor die Gitarre zu stellen. Muss man auch erstmal drauf kommen.

Snacks: Auch heute wieder Wasabi Nüsse, extrem hohes Suchtpotential gibt es da

 

 

Bear Cave Diaries – Tag 4 (13.07.2008 – 21. Studiotag)

22. Juli 2008, 11:38 von Niklas
 

Das Konzert gestern in Hannover war zwar relativ früh zu Ende, wir fühlten uns aber so wohl, dass wir doch noch relativ lange dort blieben. Bei Chez Heinz (oder muss das „Bei Bei Chez Heinz“ heißen?) ist es eigentlich immer super.
Jedenfalls geht es etwas langsam los, Björn und ich laden das Auto aus, Stefanie kommt später dazu und wir beschäftigen uns jetzt noch einmal gründlich mit ‚Heroes’. Es kommen noch weitere künstliche Schlagzeugspuren, die wir durch Verstärker jagen, ein schwirrender Fuzz-Bass, allerhand zusätzliche Schlagzeugspuren – und irgendwo unterwegs merken wir, dass wir im Studio eine Fehlentscheidung getroffen haben. Da das Stück zum Zeitpunkt der Aufnahmen noch ganz frisch war, war uns wohl noch nicht so genau wie bei den anderen klar, wie es am Ende funktionieren soll, weswegen wir in den Strophen mit einem Schlagzeugbeat arbeiteten, der den Song unnötig bremst und eher träge als entspannt klingen lässt.
Zu merken, dass man eine Sache noch mal neu aufrollen muss ist immer etwas enttäuschend, zumal, wenn es um Schlagzeug geht, das ist schließlich das einzige Instrument, das wir nicht vernünftig selber bei uns aufnehmen können. Nachdem der erste Schreck sich gelegt hat findet sich aber eine Methode, einen prima New-Wavigen Beat zu programmieren und nur in den Refrains mit echtem Schlagzeug zu arbeiten, so dass wir nicht mit dem Gefühl nach Hause gehen müssen, den ganzen Tag in eine Sackgasse gelaufen zu sein.

Snackbar: Wasabi Nüsse aus dem Delhaize Supermarkt

 

 

Bear Cave Diaries – Tag 3 (09.07.2008 – 20. Studiotag)

12. Juli 2008, 00:13 von Niklas
 

Da wir am Wochenende ein Konzert in Hannover haben wird heute nur kurz Aufgenommen bevor wir eine kleine Probe einschieben. Wir nehmen uns vor, an einem der neuen Stücke aus Frankreich zu arbeiten, das bis auf weiteres ‚Heroes’ genannt wird. Wir müssen noch ein wenig langweilige Arbeit daran erledigen (ein wenig als müsste man sein Zimmer aufräumen, bevor man Freunde einladen darf), so dass wir vor der Probe nur ein paar kleine Ideen ausprobieren können.
Da bei uns Proberaum und Studio gerade ein und derselbe Raum sind müssen wir für die Probe ein wenig umräumen, alles ist etwas eng und unübersichtlich und beim Einstellen meiner Effekte löst sich zu allem Überfluss der Gurt meiner Gitarre und der Kopf des Instruments prallt mit einem der Stimmwirbel gegen meine Stirn. Ich will erst versuchen die Situation zu überspielen aber die schnell wachsende Beule belehrt mich eines besseren, Stefanie reicht mir ein Kühlelement für Kühlboxen, das wir im Tiefkühlfach liegen haben. Während ich noch versuche, das Teil auf meinem Kopf zu balancieren und dabei weiter zu spielen sehe ich, dass Björn mich mit einer Mischung aus Schreck und Ekel ansieht. Einen Moment später merke ich, dass eine blaue Flüssigkeit meine Stirn runter läuft, die in etwa so aussieht wie die Testflüssigkeit aus den Werbungen für Damenbinden.
Nachdem das geplatzte Kühlelement entsorgt ist und alle sich wieder etwas beruhigt haben geht die Probe weiter, aber ein leichter Hang zu nervösem Gelächter bleibt im Raum. Alle rufen: Niklas benutzt die billigen Binden, Testflüssigkeit läuft aus. Mit always wäre das nie passiert.

beatz.jpg

 

 

Bear Cave Diaries – Tag 2 (08.07.2008 – 19.Studiotag)

12. Juli 2008, 00:13 von Niklas
 

Zweiter Tag im Bear Cave Studio und Zeit, sich mit einem der Stücke zu beschäftigen, die noch etwas mehr Arbeit brauchen: ‚Bitte, Bitte, Bitte’. Wir verabreden uns am frühen Abend und freuen uns erstmal, daß auch hier unsere Aufnahmen aus Frankreich eher noch besser sind als wir ohnehin schon dachten. Auch hier fangen wir mit Synthesizern an. Während wir mit einem kleinen Casiotone (Ein ähnliches Modell hatte ja schon auf unserer ersten Single einen großen Auftritt) Keyboard spielen startet Björn den eingebauten Drumcomputer, dessen ‚Disco’ Einstellung uns so passend erscheint, daß wir sie sofort aufnehmen. Die Ergebnisse übertreffen alle Erwartungen, ganz erstaunlich, was man mit diesen kleinen Geräten alles anstellen kann, wir könnten uns eigentlich einiges Geschleppe sparen und bei Konzerten alle nur noch Casiotone spielen.
Um das Stück zu vervollständigen spielen wir noch einen alten Korg M500 Synthesizer durch das ganz und gar erstaunliche MuRF Pedal von Moogerfooger. Das ist auch eines dieser Geräte, mit dem sich gute Ideen wie von allein entwickeln.

murf.jpg

Nach all dem ist es auch schon wieder spät, wir packen ein und fahren zufrieden nach Hause.

 

 

Bear Cave Diaries – Tag 1 (06.07.2008 – 18.Studiotag)

12. Juli 2008, 00:12 von Niklas
 

Nach der entspannten Zeit in Frankreich sind wir in Köln erstmal wieder vom Alltag eingeholt worden, weswegen wir erst heute wieder unsere Arbeit fortsetzen. In unserem Proberaum haben wir so weit alles aufgebaut um entspannt arbeiten zu können, so daß wir heute mit dem Fahrrad raus fahren wollen. Vor der Abfahrt fragt Björn mich eindringlich, ob ich denn auch alles dabei habe, was ich stolz bestätige: Alles fein säuberlich im Rucksack verstaut.
Genau das stellt sich jedoch als Lüge heraus, weswegen ich, kaum angekommen, direkt noch einmal zurück fahren muss – wenigstens kann so auch beim ersten Kölner Studiotag etwas unter Sport verbucht werden, auch wenn mir Federball auf grüner Wiese im direkten Vergleich lieber gewesen wäre.
Als schließlich alles funktioniert beschäftigen wir uns vor allem damit, Tasteninstrumente aufzunehmen: Für ‚Boden’ (Arbeitstitel) wird ein Korg Synthesizer aufgenommen, ansonsten hatten wir da eigentlich im Studio alles fertig bekommen. Das erste Stück wirklich fertig: Prima Gefühl.
Außerdem beschäftigen wir uns mit ‚Hier Wächst Nie Wieder Was’ – Stefanie singt einen Vocodersynthesizer und schlägt für eine andere Spur auf unseren kleinen National Verstärker ein bis die Hallspirale scheppert. Dazu kommen noch einige kleine Synthesizer Ideen (mit Arpeggiator wird fast alles besser, davon sind wir fest überzeugt) und eine geheime Idee von Björn, die er schon seit Ewigkeiten irgendwo anwenden möchte und die hier endlich ihren Platz findet.
vocoder.jpg
Das dritte Projekt für heute ist ‚Top Ten Hit’ (AT), das mit mehr Cowbell und einer wilden Orgel von Stefanie schnell fast fertig ist. Abschließend kommt nur noch ein wildes, mehrstimmiges Melodika-Solo dazu, für dessen letzten Durchgang Stefanie und Björn im Kellerflur während des Spielens auf das Mikrofon zu laufen.
Mit drei Stücken, die nur noch gemischt werden müssen fahren wir also am Ende nach Hause.
steponit.jpg

 

 

Black Box Diaries - Tag 17 (25.6.2008)

27. Juni 2008, 15:23 von Niklas
 

Frühstück: Björn, Stefanie und Tobias bringen Claire nach Angers zum Busbahnhof und winken mit einer Träne im Auge dem Geyhound nach. Und aus Sainte Gemmes bringen sie noch einmal das volle Gebäckprogramm mit, dazu macht Björn ein spezielles, besonders feines Abschiedsrührei. Wir reden viel davon, daß wir nicht nach Hause wollen während dieses Frühstücks. Tobias will die innere Leere mit Croissants bekämpfen, er sagt ‘ich weiß aber nicht ob es geht’. Bevor Peter kommt setzen wir uns noch ins Wohnzimmer und schauen eine Folge Flight Of The Conchords, immer eine gute Methode um auf vergnügte Gedanken zu kommen. Kurz vor Ende der heutigen Episode kommt Peter herein, der aus seinem Garten heute gleich zwei Salate mitgebracht hat: Einen noch ganz feinen aber schon riesig großen Salatkopf und ein akkurat zusammengeschnürtes Bündel Ruccola, das ungemein apettitlich riecht.

Mittagessen: Um die Reste aus dem Kühlschrank zu verbrauchen gibt es heute eine etwas wildere Zusammenstellung: Paprika, Zwiebeln, Tomaten und Bratlinge vom Grill, Peters Salate und mit Apfel und Ziegenkäse gefüllte Crêpes und Galettes. Während der Mahlzeit sagt Peter, daß er noch nie so gut vegetarisch gegessen habe wie während dieser Produktion und auch Tobias betont, daß er, wenn auf diesem Niveau gekocht werde, Fleisch so gar nicht vermissen würde.
Gegen Ende der Mahlzeit gesellt sich noch Iain zu uns und ein fürstlicher Kuchen vom Bäcker Gabillard aus St Gemme wird von Peter fachgerecht angeschnitten und aufgeteilt. Auch bei dieser Mahlzeit wird wieder klar: Niemand von uns will nach Hause.

Huhn: Eggnogg ist auch heute nicht für uns da. Das treue Huhn ahnt vermutlich, daß wir bald abreisen und will uns den Abschied durch Abwesenheit erleichtern.

Sport: Der Wind macht ein vernünftiges Federballspiel unmöglich weswegen wir uns ein wenig mit Korbball abplagen - unsere Leistung, was das angeht, war in diesen zwei Wochen allerdings fast durchgängig erbärmlich.

Arbeit: Heute fängt der Teil der Albumproduktion an, der eigentlich am meisten Spaß macht: Man sieht sich die einzelnen stücke noch einmal an und fügt hier und da noch Kleinigkeiten hinzu. Das ist, als hätte man in mühevoller Kleinarbeit eine gute Torte gebacken und mache sich nun mit Freude an die Dekoration. Da wir heute abend noch abreisen wollen ist das Programm dicht gedrängt: Björn spielt noch Lesliegitarre bei ‘Hier Wächst Nie Wieder Was’ und ‘Wir Waren Niemals Hier’, ich mache meine Gitarre für ‘Heroes’ fertig. Außerdem werden noch einige zweite Stimmen aufgenommen, vor allem bei #1 und #12 macht das Spaß - Stefanie sing im Schlagzeugraum und bewegt sich dabei langsam zwischen zwei Mikros - das klingt super und mit genau solchen Sachen würden wir gerne noch ein oder zwei Wochen hier zubringen. Statt dessen sind wir aber gegen 20:30 mit allem, was wir heute schaffen konnten fertig und beginnen, unsere
Sachen wieder in Auto und Anhänger zu verladen.

Ansonsten: Auf einmal ruft Stefaniebeim Beladen des Busses ‘alles überschwemmt’. In unserer Küche ist ein Zuleitungsrohr explodiert, das Wasser steht schon relativ hoch und so werden zB die Gebäckreste, mit denen wir uns die Fahrt erträglicher machen wollten, zu etwas, worüber nur noch die Hunde begeistert sind (die dafür so richtig). Iain bekommt das Ganze einigermaßen unter Kontrolle. Wie blöd dieser Abschied ist, wird nur noch unterstrichen (selbst das Haus weint, ha ha).
So beginnt die Rückreise. Super Aufnahmen in der Tasche und gerettete Katzen stehen einem Sack voll kaputter Geräte und säurescharf an uns nagenden Abschiedsschmerz gegenüber.
Im Auto hören wir die drei Fragezeichen und der Karpatenhund. Natürlich. Ein moderner Klassiker.
Fortsetzung: wir melden uns mit dem Studiotagebuch wieder, wenn wir uns daran machen, die Arbeit zuhause wiederaufzunehmen.

 

 

Black Box Diaries - Tag 16 (24.6.2008)

27. Juni 2008, 15:22 von Björn
 

Frühstück: kleinere Gebäckauswahl.

Mittagessen: aufgewärmtes Chili (die Bohnen sind in ihrer Konsistenz jetzt perfekt) mit Brot und Salat, dazu Cidre, als Dessert Cremes. Für Claire später einen Teenieteller: mit Ei angebratene Nudeln wegen der besseren Verträglichkeit (sie ist wie wir alle vom drückenden kurz-vor-Gewitter-das-dann-aber-doch-nicht-kommt-Wetter und dem schnell-noch-fertigwerden-müssen-Streß etwas angeschlagen, die Stimmung ist aber nach wie vor sehr gut, nur gemengt mit kurzen Schüben Abschiedswehmut).
Ich entwickle die Idee für ein neues TV-Format, es heißt ‘Hier kommt die Tierpolizei’ (Titelmelodie gesungen von Tobias Deitmer), dabei bekommt Strup eine Polizistenmütze und darin eine Helmkamera auf und läuft herum. Eine Mischung aus Tier-, Reality- und Cop-TV mit viel Musik und tollen Gastdarstellern (zB Claire Oelkers oder Jan Niklas Jansen).

Huhn: leider heute nichts bekommen

Sport: Feder und Korb.

Getane Arbeit: ‘Heroes’ mit haufenweise Kleinstgitarren vollgedudelt und den Gesang abgeschlossen, heureka! Bis ca. 4 Uhr morgens noch an Details und Großbrocken gesessen und dann nach ‘Wir waren niemals hier’, ‘Heroes’ und ‘Deck Mich Zu’ alle Kreuze auf der Liste gehabt.

Ansonsten: Weil das Essen erst in letzter Minute geplant wird, gibt es noch einen kurzen Ausflug in den CocciMarket in Combré, ein schlecht sortierter trashiger Minimarkt, in dem es nur eine Sorte Salat gibt und nicht einmal die ist besonders gut sondern so trauriger Kopfsalat wie in den 80ern. Ansonsten ist auch Combré eine sehr hübsche kleine Stadt mit einem herrschaftlichenlichen Schlosse (das aussieht als könnte es hin und wieder in Filmen als Drehort für Internatsmovies genutzt werden), einem gut gepfelgten Tennisplatz und einem herrlichen See in dem heute geschwommen wird (wenngleich nicht von uns selber, leider). Peter hat uns erzählt, daß ein moderner Chansonsänger, der einmal monatelang eine Platte im Black Box produzierte, den Bewohnern des Ortes so auf die Nerven fiel, daß er während eines Festes in den See geworfen wurde und dann schlotternd und kleinlaut nach Hause gefahren werden musste (er pöbelte alle an, weil er sich als eine Art neuer Gainsbourg/Kinski versteht, und sagte zu den Leuten Dinge wie ‘ah, du fickst doch deine Schwester’).
Für derartige Aufregung ist in unserem straffen Programm natürlich keine Zeit.
Niklas hat die Idee, einen Laden in der Gegen zu eröffnen, in dem er Gitarreneffekte und Platten verkauft, die Öffnungszeiten sind unmöglich und seine Kundenpolicy abweisend. Er hofft, schon bald zur Kette expandieren zu können.
Den Katzen geht es nach wie vor sehr gut, sie sind voll integriert, ihr Pelz glänzt und sie zittern und schreien nicht mehr.