Fuck off and die (I. Burgess) – work hard, party hard. (24.+25.10.)
Die letzten beiden Tage fühlen sich an wie mehrere Wochen. Nach Claires Ankunft und ihren ersten besungenen Stücken fühlt es sich so langsam wirklich so an, als würden wir richtige Musik machen und nicht nur Bruchstücke. Tina ist gestern früh mit dem Zug zurück nach Köln gefahren, danach aßen wir Reste, Mauri hat für Steffi eine kleine Pizza Calzone gebacken, Niklas und ich haben viel Gitarre gespielt und uns selber mit den Möglichkeiten beeindruckt, die wir hier haben. Die tollen Verstärker und Gitarren und die Vorstellung, daß manches davon exakt die Sachen sind, die man auf Platten hören kann, die wir besitzen oder gar lieben, ist aufregend.
Gestern haben wir den Abend mit Iain zugebracht, der uns zum Spiel Köln-Schalke in sein Wohzimmer einlud. Die Frequenz, in der er flucht, ist eindrucksvoll. Wenn er liebevoll den Katzen ihr Mahl bringt ruft er ihnen zu ‘get your fucking food you shitheads. Aw, you little shits. Fucking cunts.’ Je besser seine Laune, desto unflätiger der Mann. Seltsamerweise klingt es sehr liebevoll, wenn er Dinge sagt, die anständige Bands dazu brächten, ihn zu fragen, ob er mit diesem Mund seine Mutter küßt. Wir haben ihn sofort ins Herz geschlossen. Am Vortag haben wir schon bis in die frühen Morgenstunden mit Iain getrunken und uns alte Fotos angesehen, manchmal möchte man applaudieren über die Schoten, die er erzählt. Von seiner Zeit in Chicago, als er nachts Funkbands aufnahm, von seiner Zeit als einer DER Top-Indieproduzenten der Welt, von Steve Albini und so weiter.
Gestern nacht feierten wir Niklas, er darf jetzt endlich offiziell Bier im Supermarkt kaufen. Ja, es ist wahr. Niki Jansen ist 16! Nach ein paar Knabbersachen und der Erfindung eines neues Cocktails trafen wir uns wieder mit David und Iain, um die ‘big speaker party’ im Studio zu feiern, von der Iain seit Tagen (natürlich fluchend) redet. Das bedeutet: auf den mannshohen Riesenlautsprechern so laut Musik hören, wie man noch NIE so laut hörte. Fucking loud. Ungefähr das muß gemeint sein, wenn vom Mythos ‘laut wie der Start eines Düsenjets’ die Rede ist. Die Party weitet sich auf den Vorplatz aus und aufs ganze Gelände, Claire und Steffi spielen Basektball und jeder treibt sich irgendwo herum wie auf einem Wald&Wiesen-Fest zu Schulzeiten, ca. zehnte, elfte Klasse.
Entsprechend lädiert wachten heute alle auf, aber die Disziplin treibt uns aus den Betten. Vor dem Beginn des Aufnahmetages haben wir noch eine Probe eingeschoben und ein neues Lied geschrieben und direkt grob aufgenommen, wir finden es im Moment sehr gut und sehr anders als den Rest unseres hart stampfenden Repertoires. Es heißt ‘Stunts’, falls jemand das alles später nachvollziehen will. Den Rest des Tages: Gitarren. Zu Mittag gab es eine Currypfanne mit Reis, das Gemüse wurde in Cidre geschmort. Am Nachmittag noch Kaffee&Kuchen, wir sind sehr traditionesverhaftet an Geburtstagen. Im Moment singt Claire ‘Oh Ja’, eine harte Nuß, aber es wird klasse.






was ist denn nun aus eurem Stunts Lied geworden?
ähm… wir haben es auf unserem ersten Album vor ca. 18 Monaten veröffentlicht.
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