Here I am, rock you like a hurricane
Ein kurzer Abriß über die Hurricane / Southside Clubtour:
23.2.2007 Berlin, Postbahnhof
- Magic Numbers und Aereogramme sind wirklich sehr nett und hilfsbereit
- das Catering ist gut, v.a. die Snackbar wird die beste der ganzen Tour bleiben
- wir müssen irgendwann zwischen 19 und 20 Uhr auf die Bühne. Eine Zeit, die der Berliner Konzertgänger als frühen Mittag einstuft.
- unser Konzert ist ok, nicht toll. Wir testen ein neues Konzept, alle Songs am Stück zu spielen, ohne Pausen zu machen, also quasi einen einzigen Song, der eine halbe Stunde dauert, zu spielen. Unser Plan ist, atemlos zu wirken.
- Magic Numbers spielen ein großartiges Konzert, werden sich aber einige Tage später an dieses Konzert nur ungerne erinnern, weil auch sie am Bühnensound leiden (eine für uns wichtige Einsicht: es geht sehr oft nahezu allen Bands wie es uns oft geht)
- Aereogramme sind atemberaubend und MÄCHTIG
- nach dem Konzert ist das Eis bereits gebrochen und wir zechen mit Aereogramme, die in gleichem Maße nett sind wie ihre Musik respekteinflößend ist
- am Ende des Tages fragen wir uns, warum es in Berlin nie wirklich gut ist. Zwei Konzerte letztes Jahr, bislang drei dieses Jahr und bei keinem waren wir so richtig glücklich. Würden wir eine Liste eröffnen und die Konzerte aufführen, bei denen wir das Gefühl haben weder richtig gut geklungen noch gespielt zu haben, wären vermutlich all unsere Berlinkonzerte dabei. Dabei lieben wir es so, hierher zu kommen, verdammt.
25.2.2007 Hamburg, Markthalle
- das Catering ist verteufelt gut, besonders die Maissuppe. Hut ab.
- Sound ist heute besser, wir spielen auch besser, aber es ist gemessen am großen Raum zu schlecht besucht, um wirklich Leben in die Bude zu bringen
- Magic Numbers haben Besuch vom Bruder von Michele & Romeo, der extra angereist ist.
- am Folgetag werden alle Bands unabhängig voneinander zu der Meinung gekommen sein, daß der Abend ‘just one of these days’ war, wo es nicht so richtig funktionieren will, selbst Aereogramme, die wir nach der Show von gestern für unbesiegbar halten, empfinden das Konzert als ‘not a show we will remember for a long time’
26.2.2007 Köln, Stollwerck
- haben uns lange darauf gefreut, im Stollwerck aufzutreten
- der Bühnensound ist heute großartig. Wir fingen schon an zu glauben, daß es nicht möglich ist, die Stimmen so zu pegeln, daß wir sie auf der Bühne gut hören können, daher ist es eine Erleichterung nun zu wissen, daß es technisch machbar ist.
- wir haben sehr gute Laune auf der Bühne und dürfen heute erstmals etwas später, ca. 20.45 anfangen, deshalb sind heute endlich mal ein paar Leute im Raum als wir beginnen
- das Konzert macht uns viel Spaß und umso mehr genießen wir die Konzerte der Magic Numbers, die heute so gut, präzise, klar und wunderschön spielen, daß es der menschliche Verstand kaum fassen mag. Herrlich.
- Aereogramme sind weniger brachial als in Berlin, aber dafür umso manischer und das Gewitter, das sie entfessseln hat sogar noch mehr Gewalt
- nach der Show noch langes Rumlungern im Backstageraum, die Magic Numbers-Ladies verteilen Whiskey, als wäre es Zuckerwasser
- ein schöner Abend, kann so weitergehen
27.2.2007 Saarbrücken, Roxy
- das erste mal in unser aller Leben, das wir in einem ‘Roxy’ spielen, obwohl es ja fast überall ein Roxy gibt (auch oft gibt es: WunderBar und Cafés, die Amadeus heißen. Aber kaum etwas ist so klassisch wie Roxy)
- extreme Hektik bei Aufbau und Soundcheck, der Monitormischer der Magic Numbers wird der Inkompetenz bezichtigt und hat angeblich alles so umgestellt, daß es nur schwer möglich ist, einen anständigen Sound zu mischen. Die Techniker schicken uns daher in den Backstageraum und versprechen uns, durch ein paar Tricks den Sound so vorzubereiten, daß sie ihn dann im ersten Stück perfektionieren können. Ok.
- heute wieder SEHR frühe Showtime für uns. Der praktisch leere Raum schweigt uns gemütliche Langsamkeit entgegen. Zu großen Teilen wirkt das Publikum so, als würde es selbst dann kaum mit der Wimper zucken, wenn wir uns nackt auszögen und dann mit diversen Sorten Obst und Fleisch auf sie werfen würden. Im Laufe der halben Stunde entwickelt sich dann aber doch ein bisschen was zwischen uns und Saarbrücken und am Ende ist es dann noch richtig nett und völlig ok
- der Sound wird auch bei den anderen Bands nicht wirklich gut, ist sehr dröhnig und mumpfig. nachdem wir gestern erlebt haben, wie unbeschreiblich gut beide klingen können, ist die Meßlatte natürlich auch sehr hoch.
- nach dem Konzert wird wieder ausgelassen gefeiert; Björn gibt sich Iain von Aereogramme als Vorsitzender des deutschen Stryper-Fanclubs zu erkennen und beide rufen wild ‘To hell with the devil’. Niklas hält bis zum Morgen durch und plaudert so lange mit Aereogramme, bis sie abfahren können, als ihr Busfahrer seinen Rausch etwas ausgeschlafen hat
28.2.2007 Karlsruhe, Substage
- erste Anzeichen von Erkältung dringen in unsere Gruppe ein
- kurz nach Ankunft im Substage extrem schlechte Nachrichten von unserer Plattenfirma. Wir fühlen uns nicht besonders, so wie es eben ist, wenn das echte Leben ein bisschen ZU sehr wird wie Spinal Tap.
- wir überlegen, das Konzert sein zu lassen und nach hause zu fahren, zumal wir alle ein wenig auf dem Zahnfleisch gehen und Björn nur noch wenig Stimme hat (wenn er etwas zu sagen hat, kommt er nah an das Ohr des Gesprächspartners heran und flüstert heiser wie der ganz alte Vito Corleone), spielen dann aber doch – natürlich – das Konzert.
- wir fühlen uns erstaunlich wohl auf der Bühne, die Leute sind sehr nett und gut gelaunt
- auch heute können wir auf der Checkliste ein Häkchen hinter ‘schönes Konzert’ machen, sehr gut
- danach ein letztes Mal Magic Numbers genießen und natürlich Aereogramme, die heute besonders lang spielen, da es ihr vorerst letztes Konzert auf dieser Tour ist. Sie covern Disciple von Slayer in einer wunderschönen Version. Selten waren wir so gerührt, wenn ‘God hates us all’ gesungen wurde
- beim letzten Song wird Björn auf die Bühne geholt und spielt Pauke. Seine Band ist darüber so erstaunt, daß sie vergisst, ein Foto zu machen und ihren Gitarristen zwingt, diesen Moment für immer in Erinnerung zu behalten, da es keine anderen Beweise dafür gibt, daß er wirklich geschehen ist.
- eine rauschende Feier zum Tourabschluß. Viele Gruppenfotos, viele Umarmungen, viel Zuprosten
- dann noch zurück nach Köln fahren. Wir werden ALLE krank werden in den nächsten Tagen bis auf Stefanie, die ihr Erkältungssoll für diese Saison schon vor der Tour erfüllt hatte
- abschließend: gut, daß wir mitfahren konnten. Selbst wenn nicht jedes Konzert wirklich berauschend war (und wir nach wie vor einen schmerzenden Wunsch haben, einmal ein richtig gutes Konzert in Berlin zu spielen) war es toll, in dieser Woche durch die Gegend zu fahren und mit diesen großartigen, phantastischen Bands herumzuhängen und sie jeden Abend live genießen zu können. Hats off to Magic Numbers, Aereogramme, ihre Crews und natürlich die feinen Leute von Scorpio.






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