Black Box Diaries - Tag 15 (23.6.2008)

Frühstück: normales Frühstück mit frischem Gebäck, die Gebäckauswahl hat Niklas heute in seiner exaltierten Art auf die Spitze getrieben, sie wirkt wie ein ‘einmal alles bitte’, große Klasse. Erstmals Apfeltaschen und Schokokringel.

Mittagessen: Chili, statt Sauerrahm eine Joghurtzubereitung mit Kräutern, frisches Brot, Salat, Oliven. Als Dessert frische Him- und Erdbeeren mit Eis.

Huhn: tiptop abgeliefert.

Sport: Basket und Feder.

Getane Arbeit: Gesang wird nahezu abgeschlossen: ‘Top Ten Hit’, ‘Hier wächst nie wieder was’, ‘#1′, ‘#12′, ‘Wie fühlt es sich an’.

Ansonsten: die zwei neuen Katzen, die gestern nacht zum ersten mal aufgetaucht sind, sind heute morgen drei gewesen und lagen halb tot regungslos mit verklebten Augen auf dem Vordach. Am Samstag haben wir sie nachts zum ersten mal schreien gehört, aber uns noch nichts dabei gedacht, zumal es ja auch die Katzenkinder gibt, die ein paar Wochen alt sind, die, dachten wir, so laut rufen. Diese drei sind scheinbar von ihrer Mutter verstoßen worden bzw. verlassen und sich selber überlassen, Iain glaubt, daß ‘those two guys are history’ und daß eine vielleicht zu retten sei. Das KH-Katzenkommando beschließt einen Sofortplan, Claire ruft Elke an, die Frau ihres Bruders und Tierärztin und läßt sich ein Rezept diktieren, eine Mischung aus Eidotter (dazu nehmen wir Eggnogs Ei von heute), Lebertran (bekommen wir leider keinen, da die Pharmacies Montags vormittag geschlossen haben), Magerquark und Kuhmilch und Anweisungen wie wir verfahren sollen. Stefanie ist die Einsatzleiterin des Sonderkommandos Katzenrettung und verbringt die gesamte erste Tageshälfte auf dem Dach, Claire betreut das rote Telefon zu Elke und assistiert beim Katzenfangen und -füttern (mit einem Strohhalm), ich ebenso, Niklas ist für eilige Besorgungen und team morale zuständig. Die Katzen heißen Gizmo Electric (weiß mit Schecken, am schwächsten), Gama Go (weiß mit Tigerschecken, relativ fit) und Gojira (schwarz mit Braunstich, erst ganz schwach, dann schnelle Fortschritte). Nachdem die Katzen etwas von der seltsamen Suppe eingeflößt bekommen haben und die Augen alle von den Krusten freigeputzt sind, werden sie etwas munter und fangen an, herumzulaufen. Dann setzt ein Regen ein, sie beginnen am ganzen Leib zu zittern und wir bauen ihnen unterm Blätterdach eine Höhle aus einem Handtuch. Es geht den ganzen Tag hin und her, mal sind sie ganz fidel, dann wieder ganz erschöpft. Am Nachmittag sind die Augen von Gizmo und Gama schon wieder verklebt und wir beraten, wie es weitergeht und daß wir die drei am besten mit nach hause nehmen, dann kommt Claire zurück ins Studio und gibt bekannt, daß die Mutter der drei nächstkleinen Katzen diese drei adoptiert hat. Rührung und Begeisterung sind sky-high! Die Mutterkatze leckt die drei sauber (bitter nötig) und sie können trinken und werden in die Katzencommunity integriert (heute morgen noch haben die großen Katzen immer einen Bogen um die drei gemacht wenn sie zum Freßtrog liefen, ein ganz grausames, herzzerreißendes Bild). Es ist nicht einfach, hier Bericht zu erstatten, ohne daß es nach ‘Ein Heim für Tiere’ klingt (eine schöne TV-Serie, die ich als Kind gerne mit meiner Schwester und Mutter ansah: Tierarzt Dr. Willi Beyer rettet die ganzen Tiere und die Titelmelodie taugt) und es ist noch schwieriger, unsere Involviertheit nachzuerzählen, aber den Zauber von kleinen Tieren verstehen ja selbst die Dümmsten & Stumpfsten, daher darf ich annehmen, daß die feinen Leute, die ihren Weg in diese Zeilen gefunden haben sowieso nachvollziehen können, warum für einen Tag das ganze Aufnehmen trotz Zeitdrucks in den Hintergrund trat und wie entzückt und aufgepeitscht wir waren, als durch unsere Rettungsaktion die drei totgeglaubten Katzen ihren Weg zurück ins Leben UND in die Katzenszene gefunden haben. Ach ja…

Den ganzen Tag über mußte ich auch stets die Hunde ablenken und ihr Interesse an den Katzenkindern zerstreuen, was am einfachsten ging, indem ich sie mit Essen weglockte (altes Brot, alte pains au chocolat). Am Abend will ich Strup ein letztes Chocos zuwerfen, weil sie mich mit den traurigsten Augen der Stadt um Zuwendung / Essen bittet. Niklas ist dagegen, daß ich ihr noch mehr Süßes gebe, er sagt, sie habe die Wiese komplett vollgeschissen. Ich frage Strup, ob es stimme, was Niklas sagt, sie behauptet etwas ganz anderes. Daraufhin angesprochen behauptet Niklas wiederum, daß nicht Strup gesprochen habe sondern einer von uns mit verstellter Stimme. Die Chocos jedenfalls sollte man im Auge behalten.

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2 Reaktionen zu “Black Box Diaries - Tag 15 (23.6.2008)”

Hinzi

Am 25. Juni 2008 um 15:49 Uhr

Was für süße Miezen… ;-)

 

Mareike

Am 25. Juni 2008 um 21:04 Uhr

boaah ist das süß…
ich sterb in eurem Blog noch an nem Zuckerschock oder so

 

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