Black Box Diaries - Tag 16 (24.6.2008)
Frühstück: kleinere Gebäckauswahl.
Mittagessen: aufgewärmtes Chili (die Bohnen sind in ihrer Konsistenz jetzt perfekt) mit Brot und Salat, dazu Cidre, als Dessert Cremes. Für Claire später einen Teenieteller: mit Ei angebratene Nudeln wegen der besseren Verträglichkeit (sie ist wie wir alle vom drückenden kurz-vor-Gewitter-das-dann-aber-doch-nicht-kommt-Wetter und dem schnell-noch-fertigwerden-müssen-Streß etwas angeschlagen, die Stimmung ist aber nach wie vor sehr gut, nur gemengt mit kurzen Schüben Abschiedswehmut).
Ich entwickle die Idee für ein neues TV-Format, es heißt ‘Hier kommt die Tierpolizei’ (Titelmelodie gesungen von Tobias Deitmer), dabei bekommt Strup eine Polizistenmütze und darin eine Helmkamera auf und läuft herum. Eine Mischung aus Tier-, Reality- und Cop-TV mit viel Musik und tollen Gastdarstellern (zB Claire Oelkers oder Jan Niklas Jansen).
Huhn: leider heute nichts bekommen
Sport: Feder und Korb.
Getane Arbeit: ‘Heroes’ mit haufenweise Kleinstgitarren vollgedudelt und den Gesang abgeschlossen, heureka! Bis ca. 4 Uhr morgens noch an Details und Großbrocken gesessen und dann nach ‘Wir waren niemals hier’, ‘Heroes’ und ‘Deck Mich Zu’ alle Kreuze auf der Liste gehabt.
Ansonsten: Weil das Essen erst in letzter Minute geplant wird, gibt es noch einen kurzen Ausflug in den CocciMarket in Combré, ein schlecht sortierter trashiger Minimarkt, in dem es nur eine Sorte Salat gibt und nicht einmal die ist besonders gut sondern so trauriger Kopfsalat wie in den 80ern. Ansonsten ist auch Combré eine sehr hübsche kleine Stadt mit einem herrschaftlichenlichen Schlosse (das aussieht als könnte es hin und wieder in Filmen als Drehort für Internatsmovies genutzt werden), einem gut gepfelgten Tennisplatz und einem herrlichen See in dem heute geschwommen wird (wenngleich nicht von uns selber, leider). Peter hat uns erzählt, daß ein moderner Chansonsänger, der einmal monatelang eine Platte im Black Box produzierte, den Bewohnern des Ortes so auf die Nerven fiel, daß er während eines Festes in den See geworfen wurde und dann schlotternd und kleinlaut nach Hause gefahren werden musste (er pöbelte alle an, weil er sich als eine Art neuer Gainsbourg/Kinski versteht, und sagte zu den Leuten Dinge wie ‘ah, du fickst doch deine Schwester’).
Für derartige Aufregung ist in unserem straffen Programm natürlich keine Zeit.
Niklas hat die Idee, einen Laden in der Gegen zu eröffnen, in dem er Gitarreneffekte und Platten verkauft, die Öffnungszeiten sind unmöglich und seine Kundenpolicy abweisend. Er hofft, schon bald zur Kette expandieren zu können.
Den Katzen geht es nach wie vor sehr gut, sie sind voll integriert, ihr Pelz glänzt und sie zittern und schreien nicht mehr.
