Bear Cave Diaries – Tag 3 (09.07.2008 – 20. Studiotag)
Da wir am Wochenende ein Konzert in Hannover haben wird heute nur kurz Aufgenommen bevor wir eine kleine Probe einschieben. Wir nehmen uns vor, an einem der neuen Stücke aus Frankreich zu arbeiten, das bis auf weiteres ‚Heroes’ genannt wird. Wir müssen noch ein wenig langweilige Arbeit daran erledigen (ein wenig als müsste man sein Zimmer aufräumen, bevor man Freunde einladen darf), so dass wir vor der Probe nur ein paar kleine Ideen ausprobieren können.
Da bei uns Proberaum und Studio gerade ein und derselbe Raum sind müssen wir für die Probe ein wenig umräumen, alles ist etwas eng und unübersichtlich und beim Einstellen meiner Effekte löst sich zu allem Überfluss der Gurt meiner Gitarre und der Kopf des Instruments prallt mit einem der Stimmwirbel gegen meine Stirn. Ich will erst versuchen die Situation zu überspielen aber die schnell wachsende Beule belehrt mich eines besseren, Stefanie reicht mir ein Kühlelement für Kühlboxen, das wir im Tiefkühlfach liegen haben. Während ich noch versuche, das Teil auf meinem Kopf zu balancieren und dabei weiter zu spielen sehe ich, dass Björn mich mit einer Mischung aus Schreck und Ekel ansieht. Einen Moment später merke ich, dass eine blaue Flüssigkeit meine Stirn runter läuft, die in etwa so aussieht wie die Testflüssigkeit aus den Werbungen für Damenbinden.
Nachdem das geplatzte Kühlelement entsorgt ist und alle sich wieder etwas beruhigt haben geht die Probe weiter, aber ein leichter Hang zu nervösem Gelächter bleibt im Raum. Alle rufen: Niklas benutzt die billigen Binden, Testflüssigkeit läuft aus. Mit always wäre das nie passiert.

