Bear Cave Diaries – Tage 8 bis x (11.08.2008 – 1001. Studiotag)
Wir haben es völlig unterlassen, diese Geschichte weiterzuschreiben, vermutlich erstens weil im Proberaumstudio ziemlich exakt immer dasselbe passierte und wir nicht viel schreiben konnten außer daß wir diesen oder jenen Titel weitergetrieben oder gar abgeschlossen haben, den aber eh keiner außerhalb der Band kennt. Oder eben daß wir Wasabi-Nüsse als Snack hatten. Zweitens bricht die Berichterstattung ziemlich genau an der Stelle ab, wo es erste Erscheinungen von größerem Ausgebranntsein gab. Der bescheuerte Tagesrhythmus, den wir haben, ließ uns immer weniger schlafen und je mehr wir arbeiteten an der Musik, desto mehr mußten wir uns in Details verlieren. Fehlt da noch ein Pluckern? Sollen wir hier nochmal alle Gitarren löschen und von vorne beginnen? Zarte Zusammenbrüche, privater Blues, Verzweiflung übers bloße Dasein, Probleme mit dem reinen Existieren, eiskalter Billigwodka, Ärger mit dem Hausmeister. Letztes Wochenende zogen wir ins eigene Wohnzimmer um und bauten dort ein Studio rein, versammelten uns alle ein letztes Mal komplett für zwei Tage und wurden am Montag den 11.8.2008 fertig. Vorläufig. Bis wir am 24.8. nach Bridgeport gehen um das Album bei Peter zu mischen, werden wir keinen einzigen herunterfallenden Brosamen mikrofonieren, kein vorbeiwehendes Staubkorn aufnehmen, nichts. Wir haben uns selber auferlegt, die Aufnahmen an diesem Punkt für abgeschlossen zu erklären (und darauf mit Sekt angestoßen, wie es sich schickt) und dürfen erst wieder nach Beginn des Mixingprozesses daran daran arbeiten. Ein großes Highlight, das der Berichterstattung würdig gewesen wäre, waren die Bläseraufnahmen letzten Freitag. Die Herren Michael, Benjamin und Tim haben in Eriks Kölner Brewery Studio einen ungekannten Schmiß in unseren Shit geblasen, daß es eine Freude ist.
Ansonsten schließen wir dieses Tagebuch vorübergehend (und nicht für lange) mit der Zusage, daß wir ein sehr gutes, ein irrsinnig gutes, ein phänomenales Album (es ist nicht gut - es ist KOLOSSAL, es ist PHÄNOMENAL, es ist EPOCHAL!!! Ihr Klaus Kinski), gemacht haben und eines, das so klingt, wie es vermutlich kaum jemand erwartet. Und jetzt freuen wir uns auf Phase 2, den Mix.
Am 25.8. beginnt das Ganze. Wir nehmen an, ungefähr drei Wochen zu brauchen und melden uns.
