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Der Name Dieser Band Ist Karpatenhund

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Im Schnelldurchlauf, was bisher passiert ist: wir (=Ursuppe KHund: Claire, Stefanie, Björn, Niklas, Maurizio) haben im Sommer 2004 mit der Idee gespielt, diese Band zu gründen. Damals spielten die vier ohne Claire bereits zusammen bei den Locas In Love. Im Dezember (möglicherweise auch erst im Januar 2005) die ersten Proben, im Februar die ersten Studioaufnahmen, ab März die ersten Konzerte. Wir bekamen gelegentlich Lob, das überbordende Interesse, das sich jede Band wünscht, blieb aus (Sie wissen schon: Verträge, die einfach so ins Haus flattern und der Anruf von Lou Reed, daß man großartig ist).

Im Herbst 2005 rollte dann wie über Nacht eine Lawine auf uns los, die immer mehr und immer schneller wurde und ihren Höhepunkt im Frühling und Sommer 2006 fand. Nachdem ein Dreivierteljahr lang exakt niemand mit uns reden wollte, wollten plötzlich ALLE mit uns reden, was ähnlich verwirrend, aber viel schmeichelhafter war.

Langes Überlegen und Abwägen, wie wir weitermachen wollen, was wir eigentlich für eine Band sind und was uns wichtig ist. Und dann eben den Plattenvertrag bei Virgin unterschrieben, mehr Konzerte, erste Festivals und zwei weitere Studiosessions mit unserem Freund Wolfgang Stach, unter dessen Studio wir proben (eine für Demos, eine für unsere erste EP auf Virgin). Mehr Verwirrung. Rumhängen auf Musikbusinessparties und mit Promis.

Ab Herbst 2006 dann langsamer Abschied von Jobs, Studium und Tagedieberei. Im Oktober haben wir im Blackbox Studio in Frankreich mit Wolfgang und seinem Helferlein Tobias Deitmer begonnen, das erste Album aufzunehmen und die Aufnahmen Ende November in Wolfgangs Kölner Maarwegstudio zu Ende gebracht. Niklas, Stefanie und Björn wurden als Abordnung der Band in die USA zu Peter Katis nach Bridgeport, CT geschickt, um vom im Dezember mit Peter Katis das Album abzumischen und Ausflüge nach New York zu machen; mit beidem sehr zufrieden kehrten sie zu Weihnachten 2006 zurück, blieben auf dem Rückweg wegen Nebels in London stecken und verloren vorübergehend all ihr Gepäck. Das Karpatenhund-Album hatten sie zum Glück im Handgepäck. Ein paar Tage später ging es zum Mastering zu Kai Blankenberg nach Düsseldorf, dann war soweit alles fertig und wir saßen herum, bereit, alles zu geben und in die Welt zu hinauszuschreien, daß wir da sind (im übertragenen Sinne natürlich).

Im Januar 2007 drehten wir mit Benjamin Quabeck unser erstes Video (Zu ‘Gegen Den Rest’) und Razorlight luden uns ein, ihre Deutschlandtournée zu begleiten. Eine schöne Woche, am letzten Abend schenkte uns die Band einen Gugelhupf, Whiskey und schrieb uns einen bezaubernden kleinen Brief. Im Februar eine weitere kurze Tour mit den Magic Numbers und Aereogramme.
Dann war ‘Gegen Den Rest’ Titelmelodie für die ARD-Serie ‘Türkisch Für Anfänger’, unser Video lief im Fernsehen, wir spielten viele Konzerte (u.a. eine Schultour – auch das eine sehr spezielle Erfahrung), die Single erschien letztlich sechs Wochen später als geplant am 20. April 2007 und stieg auf Platz 43 in die dt. Charts ein, worauf wir mit dem italienischen Kräuterschnaps Ramazotti in einem Hotel in Stuttgart anstießen (am Vorabend unseres fünfzigsten Konzertes, das zugleich das vermutlich blödeste überhaupt war). Im Mai waren wir eine Woche mit der Band Juli in Österreich auf Tour, was gerade landschaftlich eine tolle Sache war, die Berge im Frühling sind wirklich ein anderer Anblick als die Tristesse deutscher Autobahnen, die sonst optisch unseren Touralltag dominieren. Am 11.5. erschien unser Album, wir saßen mit Juli in Bozen in einer grauenhaften Sporthalle, der vermutlich blödeste Abend der Tour, und feierten bescheiden, in dem wir aus Backstageräumen mitgenommenen Wein in der Bozener Altstadt tranken und Bergsteigerphantasien träumten. Eine Woche später stieg das Album auf Platz 77 der Albumcharts ein und wir rieben uns die Hände vor freudiger Erregung, da wir generell ein Faible für Statistik haben. ‘Gegen Den Rest’ kämpfte sich unterdessen auf Platz 1 der Campuscharts vor und stieg im Mai in die SWR 3 Hörercharts von 0 auf Platz 1 ein. Wir brachten einen ausgiebiger Festivalsommer hinter uns mit berauschenden Highlights und Spinal Tap-mäßigen Tiefpunkten, aber deutlich mehr von der ersten Sorte.

Ende Oktober erschien eine zweite Single aus dem Album: ‘Ist es das was du wolltest’. Darauf war u.a. ein Remix, den Andreas Dorau für uns gemacht hatte, was seit Bandgrüdnung ein Traum von uns gewesen ist. Leider ging die Single (die wir selber für unser Glanzlicht hielten) ziemlich unter und wurde überdies vergessen zu promoten, weil unsere Plattenfirma sich in der Auflösung befand: mittlerweile war der traurige Konzern von einer Investorengruppe übernommen worden, die zB auch Raststätten und Sanifair-Toiletten besitzt. Nunja. Den kompletten Herbst und Winter verbrachten wir auf Tour, besuchten alle möglichen Orte in Deutschland, Österreich und der Schweiz.

Anfang 2008 begannen wir die Arbeit an einem zweiten Album, suchten in einem langwierigen Hin-und-Her-Prozeß eine dritte und letzte Single aus unserem ersten Album aus und drehten dann ein trashiges Video zu ‘Zusammen Verschwinden’. Wir wurden zu TV Total eingeladen und spielten dort zum ersten mal live im Fernsehen. Unterdessen stieß Saskia v. Klitzing als neue Schlagzeugerin zu uns, da sich Mauri und wir in Freundschaft trennten. Im April erschien dann fast genau ein Jahr nach ‘Gegen Den Rest’ die ‘Zusammen Verschwinden’-Single und stieg eine Woche später auf einen lässigen Platz 97 der Charts ein.

Ende Mai gingen wir für ein Wochenende ins Soundgarden Studio in Hamburg und nahmen mit Sarah Andresen einen Schwung neue Stücke auf. Die Ausbeute war gut und wir beschlossen, daß die Zeit reif ist, um im Juni wieder nach Frankreich zu fahren und erneut im Studio Black Box die Arbeit am zweiten Album zu beginnen, betreut von Peter Deimel. Dort blieben wir zweieinhalb Wochen und zogen dann wieder zurück in unser Proberaumstudio, um noch ein paar Kleinigkeiten hinzuzufügen, ein Prozeß, der im Juli und August in einen ekstatischen Detailwahn ausuferte. Ende August flogen wir erneut nach Amerika um mit Peter Katis den Mix und damit die Musik zum zweiten Album abzuschließen. Wir ließen uns etwas mehr Zeit als beim ersten mal und sahen uns noch My Bloody Valentine in den Catskill Mountains an, begeistert, daß im Publikum jemand ein KHund-Shirt trug und daß wir zufällig Patti Smith über den Weg liefen. Dann flogen wir zurück und warteten ab.

Wir wechselten zu einer neuen Plattenfirma (BMG nämlich) und während die Zeit verstrich, schrieben wir weitere Songs. Grund: das ist eben, was Bands machen. Wie eine Sucht. Sie können nicht aufhören damit. Im Frühling arbeiteten wir mit Tony Doogan zusammen, ein weiterer Höhepunkt, der unsere nervösen Fan-Herzlein höher schlagen ließ. Tony, der bereits mit David Byrne und Belle & Sebastian Platten gemacht hat, saß nun in Glasgow in dem Studio (Castle Of Doom), das er mit Mogwai zusammen macht und gab Songs von uns den letzten Schliff. Was für eine schöne Vorstellung (für uns). Herrlich. Dann war unser Album fertig. Wir erweiterten unser bisher strikt numerisches Tonträger-Betitelungssystem um Titel. So daß #6 die WALD / MONDO CANE EP wurde (in Anlehnung an den Greuelfilm von Gualtiero Jacopetti von 1962) und unser zweites Album (#7) den wendigen Titel DER NAME DIESER BAND IST KARPATENHUND bekam. Im Mai stieß stieß Jennifer Jasmin Keßler zur Band, da Niklas aus gesundheitlichen Gründen eine Pause vom Livebetrieb nahm. Im Juni drehten wir zu ‘Wald’ ein schönes Video, für das Hagen Decker uns nachts in einen surrealen Wald stellte.

Und das ist quasi jetzt. Mehr später. Bis dann.
KH, Juli 2009.

KARPATENHUND
Claire Oelkers: Gesang
Stefanie Schrank: Baß, Synthies, Gesang
Björn Sonnenberg: Gitarre, Synthies, Gesang
Saskia v. Klitzing: Schlagzeug, Percussion
Jan Niklas Jansen: Gitarre, Produktion
Jennifer Jasmin Keßler: Gitarre
Mia Becker: Livesound